Vor u. Nachteile von im Wohnmobil Leben
Ist das Vanlife immer so schön wie es viele YouTube Videos
darstellen? Oft ist es das, aber definitiv nicht immer. Unserer
Meinung nach kommt es vor allem darauf an in welchem Land
und zu welcher Jahreszeit wir unterwegs sind. In manchen
Gegenden gibt es viele Möglichkeiten inmitten der Natur zu
campen, während es anderswo nur sehr teure und weniger
schöne Campingplätze gibt. Manche Aspekte wie die Sicher-
heit sind natürlich immer ein Thema, aber auch hier kommt es
oft darauf an wo man unterwegs ist.
1. Freiheit und Flexibilität
Beim Reisen fühlen wir uns so unglaublich frei. Wir können
selber entscheiden wo wir hinfahren. Anders als beim Back-
packing müssen wir keine Unterkunft und keinen Transport
buchen und organisieren. Wenn es uns wo gefällt dann blei-
ben wir dort einfach und wenn es uns nicht gefällt dann
fahren wir kurzerhand weiter. Als wir mit dem Rucksack in
Asien unterwegs waren hatten wir einmal das Problem im
Voraus eine Unterkunft für mehrere Tage gebucht zu haben.
Als wir dort ankamen, gefiel es uns überhaupt nicht und wir
wollten am liebsten direkt den Ort wechseln. Mit dem eigenen
Van wäre das kein Problem gewesen, denn man kann meis-
tens direkt vor Ort entscheiden wo und wie lange man bleiben
möchte.
2. In der Natur sein
In Städten sind wir nur selten unterwegs und verbringen den
Großteil unserer Zeit in der Natur. Abends noch den Sonnen-
untergang gucken und am nächsten Tag sitzt man zum
Frühstück schon wieder draußen. In Australien haben wir
früher immer draußen gekocht, mittlerweile ist unser Gas-
kochfeld* drinnen fest verbaut. Aber auch im Auto fühlen wir
uns näher mit der Umwelt verbunden als in jeder Wohnung.
3. Schöne Stellplätze
Wir haben mit unserem Van schon an vielen abgelegenen
Orten übernachtet. An Orten, wo es keine Hotels und keine
Unterkünfte gibt. Wo man noch tausende Sterne am Himmel
leuchten sieht, weit weg von jeglicher Geräuschkulisse. Solche
Schlafplätze mitten in der Natur und weit weg von allem sind
ohne Campervan oder Zelt kaum möglich.
Wir hatten schon viele traumhafte Schlafplätze – mitten in der
Natur
4. Günstig reisen
Wir geben beim Reisen gar nicht so viel Geld aus wie vielleicht
andere vermuten. Wir müssen keine Miete bezahlen und
haben bis auf einige Versicherungen kaum Fixkosten. Unsere
größten Ausgaben sind Sprit und Lebensmittel. Da wir meis-
tens Freistehen gehen Übernachtungskosten kaum in’s Geld
und so geben wir im Monat insgesamt weniger aus, als wenn
wir arbeiten und eine feste Wohnung haben. Außerdem ist
der Wertverlust bei einem Camper nicht so groß, so dass man
ihn selbst nach ein paar Jahren Nutzung noch gut verkaufen
kann und einen Großteil der Investition wieder herausbe-
kommt. In unseren Geld Spartipps beim Vanlife findest du
viele Tipps zum Geld sparen.
5. Alles ist dabei
Unser Auto ist Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche und Bad
gleichzeitig und wir lieben das Gefühl, immer alles dabei zu
haben. Sich mal eben umziehen? Kein Problem! Nach dem
Einkauf auf dem Parkplatz erstmal kochen? Machen wir regel-
mäßig! Auch die Surfboards und das Paddleboard haben wir
auf dem Dach immer dabei.
6. Als erster bei Sehenswürdigkeiten sein
Oft schlafen wir auf Campingplätzen in Nationalparks oder
direkt in der Nähe. Wenn wir morgens aufwachen sind wir
schon am Zielort und müssen nicht erst von unserer Unter-
kunft hinfahren. So kann man gemütlich ausschlafen, aber ist
trotzdem als erster bei den Sehenswürdigkeiten.
7. Keine Hotels oder Flüge buchen
Vor kurzem waren wir noch in Costa Rica und mussten dafür
einiges organisieren: Flüge, Mietwagen, Unterkünfte und
Verpflegung. Schnell haben wir unseren Campervan und die
damit verbundene Flexibilität auch wieder vermisst. Dafür
muss man sich beim Leben im Campervan um andere Dinge
kümmern: Schlafplatz raussuchen, Wäsche waschen, Wasser
und Abwasserstationen einplanen. Zum Glück gibt es hilfrei-
che Apps wie iOverlander, Wikicamps oder Park4night wo
man alles was man beim Vanlife braucht einfach findet.
8. Kontakt zu anderen Reisenden oder Einheimischen
Beim Reisen mit dem Campervan kommt man super schnell
mit anderen ins Gespräch. Gerade mit unserem deutschen
Van in Nordamerika werden wir super oft von interessierten
Einheimischen total freundlich angesprochen. Aber auch auf
Campingplätzen kommt man schnell mit anderen Reisenden
ins Gespräch. Sei es über die anstehenden Sehenswürdigkei-
ten oder den besten Ort um sein Frischwasser wieder
aufzufüllen, es gibt immer etwas zu erzählen.
Unterwegs kommen wir oft mit anderen Reisenden und Ein-
heimischen in Kontakt
9. Kochen wann und wo man möchte
Hungrig? Wenn wir Hunger haben kochen und essen wir an
Ort und Stelle, egal wo wir sind. Wenn wir gerade auf einem
Supermarktplatz oder auf einem Rastplatz sind ist es kein
Problem. Tür zu und schon hat man im Auto seine Ruhe. Au-
ßerdem fahren wir beim Supermarkt mit dem Einkaufswagen
meistens direkt bis vor unsere Tür und können den gesamten
Einkauf direkt in den Kühlschrank und in die Schränke
räumen.
10. Minimalismus
Durch das Reisen haben wir gemerkt, wie wenige Klamotten
wir eigentlich brauchen. Natürlich kaufen wir uns auch mal
neue Klamotten, aber halt nur das, was wir wirklich richtig
schön finden und wir lange tragen werden. Meistens trägt
man doch sowieso nur seine Lieblingsklamotten. Im Cam-
pervan ist nicht so viel Platz wie im Kleiderschrank zu Hause,
aber am wenigsten Platz hatten wir bis jetzt immer dann,
wenn wir mit den Rucksäcken gereist sind. Der Minimalismus
wirkt so nicht nur stressreduzierend, sondern spart auch
einiges an Geld und Ressourcen. Auf unsere Vanlife Mustha-
ves möchten wir allerdings nicht mehr verzichten!
Weniger ist mehr – auch bei Klamotten
Nachteile vom Vanlife
Kommen wir nun zu den Nachteilen des Vanlifes. Manche
Dinge nerven beim Reisen im Van manchmal, aber das gehört
eben auch dazu.
1. Unschöne Stellplätze
Wenn man auf Instagram Bilder vom Vanlife sieht stellt man
sich paradiesische und menschenleere Orte in der Natur vor.
Direkt am Strand oder mitten auf einer Bergwiese. Die Realität
sieht oft anders aus. An vielen Orten ist es nicht erlaubt in der
Natur zu campen und wird sogar bestraft. Oft weisen ’no
camping‘ Schilder einen auf das Verbot hin, welche auf den
Parkplätzen großzügig verteilt sind. Oder man fährt durch
Gegenden in denen es einfach keinen schönen Stellplatz gibt.
Dann landen wir manchmal auf Rastplätzen direkt neben der
Autobahn oder zur Not sogar mal direkt am Straßenrand.
Tipp: Um auch in solchen Situationen, wenn der Van eine
totale Schräglage zum Straßenrand hin hat, immernoch eini-
germaßen gut zu schlafen nutzen wir in vielen Fällen unsere
Auffahrkeile*. Auch auf unebenen Stellplätzen in der Natur
haben sie sich bisher immer außerordentlich gut bewährt.
2. Sicherheit – Auto aufgebrochen oder geklaut
Die wohl größte Sorge eines jeden Reisenden ist, dass das
Auto aufgebrochen oder gar gestohlen wird. In Australien
haben wir uns eigentlich nie Sorgen um unser Auto gemacht,
da man dort ohnehin oft keiner Menschenseele begegnet. In
Neuseeland hingegen werden relativ oft Camper aufgebro-
chen oder sogar komplett entwendet. In Europa waren wir uns
vor allem im Süden manchmal unsicher, in der Schweiz oder
in Norwegen haben wir unseren Van hingegen immer mit
gutem Gewissen zurück gelassen. Letztendlich kann es einen
zu jeder Zeit und überall treffen, daher ist es ratsam ein paar
kleine Sicherheitsmaßnahmen zu verbauen. Es gibt einige
Hilfsmittel, mit denen man sein Fahrzeug absichern kann. Wir
haben in unseren Fiat Ducato einen GPS Tracker* eingebaut.
Außerdem können wir die Türen mit verschiedenen Schlös-
sern* sichern. Letztendlich sind dies alles nur Vorsichtsmaß-
nahmen, passieren kann natürlich trotzem immer was. Um
unsere eigene Sicherheit hatten wir bis jetzt noch keine Sorge
und haben uns immer überall sicher gefühlt. Fühlt sich einer
von uns unsicher oder haben wir ein ungutes Gefühl fahren
wir weiter und suchen uns einen anderen Platz. Auch hier
sollte man auf sein Bauchgefühl hören. Uns hilft es immer die
Bewertungen von anderen Reisenden zu lesen, die auf dem
Platz schon geschlafen haben und natürlich ein guter Blick für
die Umgebung.
3. Irgendwas ist immer kaputt – Reparaturen am Van
Unser Van ist unser zu Hause und wir haben auch unseren
gesamten Besitz in diesem Auto. Wir versuchen unseren Van
immer in einem guten Zustand zu halten, trotzdem kann
jederzeit etwas kaputt gehen. In Australien ging unsere Kupp-
lung plötzlich kaputt und wir konnten das Auto weder vor
noch zurück bewegen. Wir mussten abgeschleppt werden und
unser Van musste über eine Woche in der Werkstatt bleiben.
Wir waren sozusagen obdachlos und mussten uns für die Zeit
eine andere Unterkunft organisieren, was ebenfalls nochmal
ordentlich in’s Geld gehen kann.
Der Alptraum eines jeden Vanlifers – das Auto ist kaputt
4. Hitze, Kälte, Regen
Beim Campen ist man oft den Naturgewalten ausgesetzt, so
auch im Auto. Wenn es regnet können auch schnell mal ein
paar Tage zusammenkommen in denen man eingepfercht auf
6m² verbringen muss. Auch bei extremer Hitze oder Kälte man
das Leben im Van eher weniger Spaß, denn man muss mit den
Temperaturen mehr oder weniger leben. Zu guter letzt emp-
fiehlt es sich eine anständige Heizung, wie zum Beispiel eine
Dieselstandheizung* zu verbauen. Gegen Hitze kann eine
Dachklimaanlage oder ein Ventilator nützlich sein.
Ob Regen, Wind, Hitze oder Kälte – im Van bekommt man alles
mit
5. Keine Privatsphäre
Oft steht man auf Parkplätzen oder Campingplätzen und
Privatsphäre gibt es meist nur wenig. Nicht selten laufen Leute
um unser Auto rum, während wir gerade kochen oder im Bett
liegen. Theoretisch kann jederzeit jemand an der Tür klopfen,
dieses Gefühl hätten wir in einem Haus nie. Mittlerweile
haben wir zwar ein eigenes kleines Bad bestehend aus Dusche
und Trockentrenntoilette, aber es ist auf keinen Fall vergleich-
bar mit einer Wohnung. Daher gilt es auch seinen Stellplatz
dementsprechend auszuwählen, wenn man mal ein paar Tage
seine Ruhe haben möchte. Auf Dauer kann es anstrengend
sein wenn man immer draußen unterwegs ist und ein richtiger
Rückzugsort fehlt.
6. Campingplätze sind oft teuer / nicht schön
An manchen Orten ist das Freistehen einfach nicht möglich
und man ist gezwungen einen bezahlten Campingplatz aufzu-
suchen. In Kalifornien staunten wir nicht schlecht als viele
Stellplätze bei 60$ aufwärts anfingen. In dieser Gegend war
dann auch das Freistehen vielerorts verboten, so dass man
gezwungen ist die örtlichen Preise zu bezahlen oder die Ge-
gend schneller wieder zu verlassen.
Natürlich sollten auch immer die lokalen Anwohner von Rei-
senden profitieren und man darf gerne auch etwas von
seinem Geld dort lassen. Manchmal ist es aber einfach nur
überteuert und dann fahren wir lieber schneller weiter.
Nicht jeder Campingplatz ist schön
7. Wenn jemand krank ist
Reist man zu zweit im Van muss man sich auch immer um die
Bedürfnisse beider Personen kümmern. Vor allem wenn einer
von uns im Van krank ist kann das schnell unangenehm und
unschön werden. Rückzugsorte gibt es im kleinen Van nicht
und man muss dann das Beste aus der Situation machen und
auf schnelle Besserung hoffen. Auf einem Campingplatz ist
man dann am besten aufgehoben, aber wenn dann noch über
30 Grad sind und die Sonne auf das Auto knallt wünscht man
sich einfach nur in ein Haus. Eine gute Auslandskrankenversi-
cherung für das Vanlife ist Pflicht und sollte vor der Reise
abgeschlossen werden.
Krank sein im Van ist nicht schön
8. Wenig Platz
Wir sind es mittlerweile gewohnt wenig Platz zu haben und
kommen mal mehr oder weniger gut damit klar. Generell
haben wir beide damit kein Problem, aber manchmal möchte
man einfach seine Ruhe haben und alleine sein- dies ist im
Camper natürlich nicht möglich. Aus dem Weg gehen kann
man sich dann auch nicht und so kommt es vor, dass man
irgendwann genervt ist und Konflikte entstehen.
9. Toilette & Abwasser leeren, Wasser auffüllen
Fast täglich oder alle paar Tage müssen wir unsere Toilette
entleeren, den Abwassertank entleeren und den Frischwasser-
tank auffüllen. Diese Ver- und Entsorgungsstellen zu finden ist
oft nicht so einfach und man muss gut mit seinen Ressourcen
haushalten. Denn wenn das Wasser ausgeht, dann muss
deswegen meistens auch die Reise pausiert werden. Auch
Wäsche waschen ist immer etwas aufwendiger. Meistens
fahren wir öffentliche Waschsalons an und verbringen dort
dann etwa zwei Stunden und warten bis die Wäsche fertig ist.
10. Wenig Komfort
Egal wie gut der Van ausgebaut ist, man wird nie so viel Kom-
fort haben wie in einem Haus. Das Wasser und der Strom sind
begrenzt und die Küche ist nicht so toll ausgestattet wie zu
Hause. Aber das muss sie auch nicht. Schließlich reisen wie ja
um etwas von der Welt zu sehen und Abenteuer zu erleben.
Wir verlassen unsere Komfortszone und wachsen über uns
hinaus, Tag für Tag. Eine feste Wohnung oder ein Haus können
wir später immer noch haben.
Fazit zu den Vor- und Nachteilen vom Vanlife
Wie jede Reiseform hat auch das Vanlife viele schöne und
weniger schöne Seiten. Aber auch die nicht so schönen Aspek-
ten gehören einfach dazu und manche von ihnen machen
diese Art des Reisens doch erst aufregend! In diesem Beitrag
haben wir unsere persönlichen Vor- und Nachteile vom Vanlife
aufgezählt. In unseren Vanlife Tipps findest du viele hilfreiche
Tipps zum Vanlife und zum Reisen im Van.
Für uns überwiegen ganz klar die Vorteile vom Vanlife und wir
lieben es einfach im Campervan unterwegs zu sein. Bisher
waren wir schon in Australien, Neuseeland, Europa und
Nordamerika mit dem Van unterwegs und nun wird Zentral-
amerika folgen.